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Arbeit nervt!

Ist ja klar, faul rumliegen ist schliesslich viel angenehmer. Es geht aber nicht darum, dass wir alle faule Säcke sind, und uns davor scheuen mal was zu tun ausser zu schlafen und zu saufen. Sondern...

Nie mehr Arbeit für Chef und Lohn...

Vielmehr kritisieren wir die Lohnarbeit, das heisst das tägliche Arbeiten für Chef und Lohn. Wir haben es satt, täglich 8h oder mehr zu arbeiten für einen Lohn, mit dem wir uns dann in der Freizeit ein wenig vom wöchentlichen Arbeiten ablenken können. Viele sind dazu gezwungen etwas anderes zu tun als sie möchten, z.B. weil sie in dem Bereich keine Stelle finden, weil sie die nötige Ausbildung nicht haben oder weil sie mehr Geld verdienen müssen, um ihre Familien zu versorgen. Andere finden keine Stelle, würden aber gerne arbeiten. Es wird soviel unnötiges produziert, nur weil daraus mehr Arbeitsplätze und Profit entstehen. Dieses System kotzt uns an. Was uns vorschwebt ist eine Gesellschaft, in der jeder das macht, was er will, in der wir weniger, dafür qualitativ besseres produzieren, in der jeder weniger arbeitet und trotzdem alle in Wohlstand leben können. Klappt nicht? Hast du's ausprobiert?

... Sabotage, Rebellion!

Wieso wehrt sich denn aber niemand dagegen? Ist das alles Bullshit? Die meisten Menschen glauben, dass es schon immer so war, ja, dass Schule, Arbeit, Rente, Tod einen natürlichen Kreislauf ergeben. Dass ein anderes System als ein kapitalistisches niemals funktionieren kann. Deshalb wehren sie sich nicht, schliesslich könnte es ihnen ja schlechter gehen, schliesslich haben sie ja zu Essen, ein Dach über dem Kopf, Fernseher und freie Wochenenden.
Wir wollen aber nicht länger zusehen, wie dadurch unsere
Umwelt kaputt geht, unsere Luft verpestet wird und unsere Gehirne verblöden. Deshalb wollen wir kämpfen für eine solidarische Gesellschaft.

Öfters mal die Zähne zeigen!

Naja, es ändert ja doch nichts, wieso sich also anstrengen? Wieso sich wehren gegen Ungerechtigkeiten, gegen den rassistischen Kontrolleur im Bus, gegen die Gruppe junger Männer, die eine Freundin blöd anmachen? Wieso was sagen, wenn der Chef uns Überstunden aufbrummt oder der Lehrer Mitschüler fertig macht? Wir finden es wichtig, dass man sich wehrt gegen den alltäglichen Wahnsinn. Auch wenn es manchmal nur kleine Dinge sind. Aus vielen kleinen Wassertropfen können Wasserfälle werden!

Systembruch – weils nötig ist!

Die Ernte aus Soja-Monokulturen, die auf den Überresten von einst lebendigen Regenwäldern stehen, wird für europäische Mastschweine über den Ozean transportiert, während in Brasilien Menschen hungern. Im Winter haben wir Tomaten aus Spanien, während die mangels Aufenthaltspapieren illegalen ArbeiterInnen in den Plantagen fast gar nichts haben. Massenhafte Überproduktion, die weggeworfen wird, während Politiker über die Reduktion von CO2 diskutieren. Das hier offensichtlich ganz viel falsch läuft, ist vielen klar. Wir glauben aber nicht mehr, dass es eine einfache, reformistische Lösung gibt, wie z.B. den Neoliberalismus stoppen (wie auch?) oder ein bisschen mehr Sozialstaat.

Der Kapitalismus ist ein System, welches die ArbeiterInnen zwingt, ihre Arbeitskraft zu verkaufen und sich damit in Konkurrenz zu den anderen ArbeiterInnen zu stellen. Gleichzeitig zwingt es aber auch den Kapitalisten, seine ArbeiterInnen, die Umwelt
und die Ressourcen möglichst gewinnbringend zu nutzen, um der Konkurrenz zu anderen Firmen standzuhalten. Wenn wir längerfristig überleben wollen, kann das so nicht weiter funktionieren.

Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution!

Wie? Tanzen? Revolution? Tanzen macht Spass, man kann sich dabei frei bewegen, wie man will. Dies soll auf jeden Fall auch Platz haben im Kampf gegen den Kapitalismus, wir sollten nicht verbittern. Das Zitat wird
Emma Goldman zugeschrieben, kreiert wurde es aber erst nach ihrem Tod, ihre Original-Aussage bringts dafür so ziemlich auf den Punkt (ungefähr übersetzt, Original):

«Auf der Tanzfläche war ich eine der lustigsten und unermüdlichsten. Eines Abends zog mich ein Cousin von Sasha (Alexander Berkman), ein junger Kerl, mit einer so ernsthaften Mine zur Seite, als ob er mir den Tod eines teuren Genossen mitteilen müsste. Er flüsterte mir zu, dass es sich nicht gehöre, die Leute zum Tanzen zu ermuntern. Ohnehin nicht mit solch rücksichtsloser Ungezwungenheit. Es sei würdelos für eine, die auf dem Weg war, eine treibende Kraft der anarchistischen Bewegung zu werden. Meine Leichtsinnigkeit würde nur der Idee schaden. Ich wurde wütend, dass sich der Junge so frech einmischte und sagte ihm, er solle sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern. Ich war es leid, dass mir die Sache ständig unter die Nase gerieben wurde. Ich glaubte nicht, dass eine Sache, die für so ein schönes Ideal steht, den Anarchismus, die Befreiung und die Freiheit von Gepflogenheiten und Vorurteilen, die Verneinung des Lebens und der Freude verlangen sollte. Ich bestand darauf, dass unsere Sache nicht von mir erwarten konnte, eine Nonne zu werden und dass die Bewegung nicht zu einem Kloster werden sollte. Sollte es das meinen, wollte ich sie nicht. Ich will Freiheit, das Recht, sich selbst auszudrücken und das Recht für alle auf schöne, strahlende Dinge. Das bedeutete Anarchismus für mich und ich würde es leben, der ganzen Welt zum Trotze – Gefängnisse, Verurteilungen, allem. Ja, sogar trotz der Verdammung durch meine eigenen Genossen würde ich mein wunderschönes Ideal leben.»
 
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