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Leben statt Lohnarbeit - Aufruf zum libertären Block am 1.Mai
Donnerstag, 15. April 2010


Bestandesaufnahme.
Die weltweite Wirtschaftskrise hinterlässt mit fortschreitender Geschwindigkeit rund um den Erdball ihre Spuren. Konfrontiert mit Stellenstreichungen, Kurzarbeit, Standortverlagerungen, Sozialabbau, Armut, zunehmendem Stress am Arbeitsplatz und der Zerstörung der Umwelt verharren die Betroffenen nach zwei Jahren verschärftem kapitalistischem Terror noch immer in einer Starre. Der Kapitalismus hat uns seit unserem Kindesalter voneinander entfremdet und so fehlt vielen die Kraft und der Mut die eigene Angst und Perspektivlosigkeit kollektiv zu diskutieren, die menschenfeindliche Organisierung der Gesellschaft anzugreifen.

Kämpfe.
Doch die gesellschaftlichen Kämpfe häufen sich. Arbeiterinnen und Arbeiter wehren sich gegen die kontinuierliche Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen und kämpfen immer öfter selbstständig für ihre Interessen und gegen diejenigen ihrer Bosse. Rund um die Welt organisieren sich Studierende gegen den kapitalistischen Bildungsapparat und besetzen Universitäten. Dutzende Staaten stehen am Rande des Ruins. In Island haben die Banken einen Schuldenberg vom Zehnfachen der bisherigen jährlichen Wirtschaftsleistung hinterlassen. JedeR fünfte SpanierIn ist arbeitslos und die portugiesische Bourgeoisie fürchtet sich vor einer Staatspleite und Zuständen wie in Griechenland, wo sich die Menschen mittlerweile illusionslos gegen die Angriffe auf ihr Leben zur Wehr setzen. Die Folgen des krisenhaften Kapitalismus werden auf uns alle abgeschoben. Auf uns alle, welche ihre Arbeitskraft beständig für einen Lohn verkaufen müssen, der immer unter dem Wert des von ihnen produzierten bleiben muss. Wenn uns also die PolitikerInnen beschwören, in den sauren Apfel zu beissen und Sozialabbau, Kurzarbeit, Lohnkürzungen oder gar Arbeitslosigkeit hinzunehmen, dann steckt dahinter immer die Angst vor uns. Die Angst, das gesellschaftliche Machtverhältnis könnte durchbrochen werden.

Perspektive.
Es gibt keinen Kapitalismus ohne Krise und der „kommende Aufschwung“, dessen baldiges Eintreten uns tagtäglich vorgegaukelt wird, soll uns ruhig halten. Der Kapitalismus ist nicht reformierbar – er ist als Ganzes falsch.
Die aktuell ausgetragenen Kämpfe stehen noch ganz am Anfang und einer sich bewusst werdenden Masse wird schon bald der bewaffnete Staatsapparat gegenüberstehen. Wenn führende Geheimdienste ihr strategisches Hauptaugenmerk auf die sogenannte „innere Sicherheit“ und die Aufstandsbekämpfung im eigenen Land legen, dann lässt sich erahnen, mit was wir konfrontiert sein werden, sollten sich auch hierzulande perspektivische Kämpfe entwickeln.
Die rassistische Hetze der herrschenden Klasse soll uns in dieser historischen Krise zusätzlich spalten. Uns soll weisgemacht werden, wir stünden zu Menschen anderer Herkunft in einer besonders grossen Konkurrenz. Die Hetze gegen „kriminelle Ausländer“ und „Sozialschmarotzer“, getragen von PolitikerInnen und Medien jeder politischen Couleur soll einer Solidarisierung untereinander entgegenwirken und uns dumme, realpolitische Diskussionen aufhalsen, welche emanzipatorische Prozesse blockieren.
Wir müssen dem Kapital unsere Klassensolidarität entgegensetzen und gesellschaftliche Kämpfe über alle Grenzen hinweg verbinden. Indem wir aus unserer persönlichen und geographischen Isolation ausbrechen und uns mit allen Ausgebeuteten und ihren Kämpfen solidarisieren, torpedieren wir die reaktionären Bemühungen der Kapitalisten.

Wir sind mehr.
Am 1. Mai wird auf der ganzen Welt die Ablehnung des kapitalistischen Systems auf die Strasse getragen. Der Kampftag der ArbeiterInnenklasse ist ein Versuch aus der Isolation auszubrechen, uns miteinander zu vernetzen und für die gemeinsame Perspektive einer Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung auf die Strasse zu gehen. Wenn der Staatsapparat uns an diesem
Tag blockieren, unsere Kollektivität verhindern und uns mit seiner Repression auseinander dividieren will, dann ist unsere Antwort: Wir sind mehr!

Kapitalismus abschaffen.
Eine Gesellschaft ohne Armut, Krieg und Krisen ist nur gegen den Kapitalismus durchzusetzen und nicht innerhalb des bestehenden Systems möglich. Eine komplette Umgestaltung unseres Wirtschafts--‐ und Gesellschaftssystem ist dafür notwendig. Eine Gesellschaft, in der die Produktion den Bedürfnissen aller dient ist längst überfällig. Doch von alleine werden sich die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht ändern, dafür müssen wir gemeinsam aktiv werden und uns organisieren. Am 1. Mai werden wir mit einem kraftvollen libertären Block für die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus und die Perspektive einer klassenlosen Gesellschaft eintreten.

Libertärer Block - Let’s get ready to rumble!

Mobilisierungsmaterial:
* Aufruftext A4 [PDF]
* Flyer A6 [PDF]
* Plakat A3 [PDF]


 
Demonstration “Gemeinsam gegen die Repressions- und Ausgrenzungsmaschinerie” am 20. März
Dienstag, 16. März 2010


Repression und Ausgrenzung gegenüber allem, was vom neoliberalen Mainstream abweicht, wird in der Schweiz immer mehr die Regel. Betroffen sind die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen:

Migrant_innen, Arbeitslose, IV- und Sozialhilfebezüger_innen, Hausbesetzer_innen, autonome Bildungskreise und Selbstbestimmung fordernde Studierende. Gesetzesverschärfungen gegen Flüchtlinge, Polizeigewalt, die Räumung nicht kommerziell orientierter Freiräume, Überwachung und Fichierungen bis hin zu DNA-Entnahmen dienen der Ausgrenzung und Isolierung von Menschen, die Ungerechtigkeit erfahren oder an reellen Alternativen arbeiten.

Mit derartigen Isolationsstrategien wird die Solidarität unter Anders- und Weiterdenkenden systematisch zu verhindern versucht. Gleichzeitig wird durch deren Kriminalisierung von drängenden Problemen abgelenkt. So werden die Ursachen der Wirtschaftskrise von Politik und Medien unter den Tisch gekehrt. Tatsache ist: immer mehr Menschen leben unter dem Existenzminimum, während 3 Prozent (!) der Steuer- pflichtigen in der Schweiz über mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens verfügen. Jugendliche finden keine Lehrstellen, universitäre Bildung wird von Grosskonzernen geformt, in Zürich herrscht Wohnungs- not bei gleichzeitig etlichen Luxusneubauten. Während Konzerne globalisiert werden, werden auf der Bevölkerungsebene Nationalismus und Rassismus geschürt.

Wir demonstrieren heute, weil wir uns nicht zu «Minderheiten» abstempeln lassen. Wir repräsentieren unterschiedlichste Ideen, Herkünfte und Ziele, aber wehren uns gemeinsam und verstärkt gegen die Isolations- strategien, die wir erfahren. Wir lassen uns nicht marginalisieren: wir befinden uns mitten in der Gesellschaft und thematisieren aktuellste Probleme, die von der offiziellen Politik verschwiegen werden. Wir leben Solidarität und beleben damit eine neue, andere Welt, in der Menschen mehr zählen als Profit. Wir wollen ein menschenwürdiges Leben für alle, ein Bleiberecht für alle, Lehrstellen für Jugendliche (auch Sans-Papiers!) und günstige Wohnungen überall in der Stadt sowie eine offene und kritische Universität.

Wir laden alle herzlich ein, sich dem (bewilligten) Demonstrationszug anzuschliessen.
 Besammlung: 20. März, 14 Uhr, Landesmuseum.

www.bleiberecht.ch


 
Freiheit für die Anarchisten P.+I. aus Aarau
Freitag, 1. Januar 2010
Update: Die Beiden sind seit dem 30.12. nach über 6 Wochen U-Haft endlich wieder frei.

Seit 5 Wochen, also dem 14. Dezember sitzen unsere zwei Genossen P.+I. in Aarau in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, Autos in Aarau angezündet zu haben. Ob der Staat sie als schuldig verurteilt oder nicht, spielt für uns keine Rolle. Die Inhaftierung soll offensichtlich Angst verbreiten und ein Exempel statuieren, mit Zermürbungstaktik sollen die Beiden zum Reden gebracht werden.

Es ist daher besonders wichtig, dass die Genossen in Freiheit
den Gefangenen zeigen, dass sie nicht vergessen wurden und ihnen Kraft geben, die Folter des Knasts weiter durchzustehen. Knastspaziergänge, Briefe und alle anderen Aktionen durchbrechen die Isolation und geben auch dem Staat zu verstehen, dass wir unsere Freunde und Genossen nicht vergessen haben und für sie kämpfen werden.

Schreibt weiter Briefe (→Kontaktmöglichkeiten) und beteiligt euch an der Antirep-Arbeit (→Antirep-Faltblatt), wehrt euch für die, die sich nicht mehr wehren können, schlagt zurück!

Solidarität ist eine Waffe - wir sind nicht frei, solange nur einer von uns eingesperrt ist!

Chronologische Zusammenfassung:

  • 14.11.09: Die zwei Anarchisten werden verhaftet.
  • 24.11.09: Freunde und GenossInnen treten als "Antirep Aarau" an die Öffentlichkeit (Medienmitteilung).
  • 25.11.09: Erster Knastspaziergang zu beiden Knästen, ca. 60 Leute solidarisieren sich mit den Gefangenen (Medienmitteilung).
  • 02.12.09: Aus Solidarität werden in Zürich zwei Autos angezündet (Medienmitteilung).
  • 05.12.09: Zweiter Knastspaziergang wird grösstenteils von der Polizei verhindert. Ca. 20 Verhaftungen, etliche werden 20 Tage lang von Aarau weggewiesen. Noch immer nimmt die Polizei offiziell keine Stellung, der Knastspaziergang wird als Saubannerzug dargestellt (Medienmitteilung, Zeitungsartikel).
  • 07.12.09: In Winterthur werden solidarisch zwei Autos von JailTrain angezündet (Medienmitteilung)
  • 08.12.09: Erster Zeitungsartikel der auf die beiden Inhaftierten eingeht, offizielle Medienmitteilung der Behörden (Zeitungsartikel)
  • 09.12.09: In Zürich werden aus Solidarität zwei weitere Autos angezündet (Medienmitteilung)
  • 10.12.09: Reisserischer Zeitungsartikel vom Blick (blick.ch)
  • 13.12.09: Dritter Knastpaziergang zum Knast Laurenzenvorstadt mit ca. 30 Leuten (aargrau.ch)
  • 19.12.09: Vierter Knastspaziergang zum Knast beim Telli, wo I. eingesperrt ist, 30 Leute kommen, nach Auflösung 12 Verhaftungen mit 1-monatiger Wegweisung aus Aarau (Medienmitteilung)
  • 25.12.09: Fünfter Knastspaziergang zum Telli mit ca. 15 Leuten, der Besuch beim Knast in der Laurenzenvorstadt konnte wegen Kontrollen der Polizei nicht durchgeführt werden (Medienmitteilung)
  • 26.12.09: Aus Solidarität wird der Hauptposten der Kantonspolizei Bern mit Farbe angegriffen. (Medienmitteilung)
  • 27.12.09: Auch in Ebikon wird der Polizeiposten mit Farbe angegriffen und angesprayt. (Medienmitteilung)
  • 29.12.09: Das Antirepressions-Kollektiv Aarau versucht in einer Medienmitteilung einige Informationen zusammenzufassen, um ein wenig Klarheit zu verschaffen (Medienmitteilung)
  • 30.12.09: Nach über 6 Wochen Untersuchungshaft sind die beiden Gefangenen endlich wieder frei. Nach Behördenauskünften drohen den beiden bis zu 3 Jahre Haft (Medienmitteilung)

Übersicht Presse- und Polizeimeldungen: aargrau.ch


 
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