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13. - 20. August 2010: 6. Anarchistisches Sommercamp
Donnerstag, 29. Juli 2010
Wozu ein anarchistisches Sommercamp? In der aktuell vorherrschenden Gesellschaftsform sind kaum selbstgestaltete, unabhängige Freiräume vorhanden: Lebensräume frei von Konsumzwängen, frei von Alltagsroutine und Einheitsbrei, frei von Rassismus, frei von Sexismus und Speziesismus. Deshalb bauen wir Stück für Stück täglich auf viele erdenkliche Weisen an einer anderen, neuen Lebensform. Ein anarchistisches Sommercamp jedoch bietet uns die Möglichkeit, diese Lebensform bereits jetzt eine Woche lang ganz konkret zu leben. Eine Woche lang gestalten wir unser kollektives Miteinander so, wie wir uns die Gesellschaft als Ganzes wünschen: wir können selbstbestimmt und hierarchiefrei miteinander leben, basierend auf unserer Individualität, unserer Solidarität und gegenseitigem Respekt und Verantwortung. Statt passivem Konsum gestalten wir unseren Alltag aktiv selber und sorgen für ein kunterbuntes Tagesprogramm. Das A-Camp ist somit ein bewusstes Praktizieren von hierarchiefreien gesellschaftlichen Formen und gleichzeitig ein Ausfeilen derselben. Die gelebte Praxis ist bestens dazu geeignet, die Machbarkeit von theoretischen Vorstellungen zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu überarbeiten oder zu ergänzen. Insofern bietet das Camp sowohl die Möglichkeit, einer praktischen, als auch theoretischen Weiterentwicklung anarchistischer Ansätze. Das A-Camp bietet für neu Interessierte ebensogut die Möglichkeit, sich ein erstes Mal mit gesellschaftskritischen, anti-autoritären Thematiken zu befassen, als auch tiefer auf bestimmte Themen einzugehen, die Möglichkeit der Diskussion, der Informationsbeschaffung sowie des politischen und zwischenmenschlichen Austausches. Und nicht zuletzt ist es auch schlicht und einfach eine Gelegenheit, mit Gleichgesinnten zusammenzukommen und gemeinsam zu kochen, diskutieren, planen, Utopien und Erfahrungen miteinander zu teilen, gemeinsam am Lagerfeuer zu sitzen, und noch vieles mehr...

Wie wird das A-Camp organisiert? Die Organisation wird im Vorfeld von einer Orga-Gruppe übernommen. Diese sorgt für einen geeigneten Platz, für den Aufbau einer Website sowie diverse konkrete Vorbereitungsarbeiten für das Camp. Mit dem Beginn des Camps löst sich die Orga-Gruppe auf und die Verantwortung für Realisierung und Gestaltung des Camps liegt bei allen gemeinsam. Dies aus einem ganz einfachen Grund: wir möchten nicht, dass das Vorhandensein von Verantwortlichkeiten und Spezialisierungen zum Entzug der Verantwortung sowie Initiative Anderer führt, sondern dass diese beim Kollektiv liegen. Dadurch wird versucht, eine Institutionalisierung sowie ein Entstehen von Hierarchien zwischen "aktiven OrganisatorInnen" und "passiven KonsumentInnen" zu vermeiden. Während des Camps kann sich jeder aktiv einbringen, wie und wo er/sie möchte. Die Verantwortung fürs VoKü oder den Abwasch wird ebenso von allen gleichwertig getragen wie das Durchführen von Workshops, Aktivitäten und Diskussionen. Die Orga-Gruppe wird jedes Jahr in einer anderen Konstellation neu gegründet.
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Vortrag: HIER UND JETZT! Anarchistische Praxis und Theorie
Donnerstag, 1. Juli 2010
Das Buch erschien im Februar 2010 bei Edition Nautilus, der Autor macht nun eine Rundreise durch die Schweiz. Einen Halt wird es auch in Luzern geben, dort wird er zum Thema "Anarchists Against the Wall and the Joint Struggle in Israel/Palestine" etwas erzählen und natürlich sein Buch vorstellen.

Montag 12.7. | 20.00h | Luzern
ROMP, Steinenstrasse 17

Anarchists Against the Wall is an Israeli action group supporting the popular Palestinian struggle against segregation and land confiscation in the West Bank. Uri Gordon, a participant in the group and author of the book “Hier und Jetzt!, will discuss the group’s activities and examine the achievements and limitations of the joint struggle, as well as anarchist perspectives on national liberation and the future of Palestine/Israel.



Uri Gordon berichtet von Netzwerken, Graswurzelbewegungen und Organisationen und den dort geführten Debatten. Über das Verhältnis dieser Gruppen zur Gewalt, zur Natur, zum technologischen Fortschritt, und darüber, wie die politische Kultur in der Praxis aussieht und welche Konzepte ausprobiert werden.

Er beschreibt antikapitalistische Zentren und ökofeministische Höfe, Basisorganisationen auf Gemeindeebene, Blockaden internationaler Gipfeltreffen und alltägliche direkte Aktionen. Außerdem stellt er die ungeheure Menge an anarchistischen Publikationen und Websites vor. All diese Netzwerke sind dezentral, horizontal und konsensorientiert organisiert. In Sozialzentren, Gemeinschaftsgärten und Kooperativen bildet sich eine Revolution im Hier und Jetzt heraus. Viele verschiedene Vorstellungen von Anarchie leben im Herzen der globalen Bewegungen, die dabei sind, durch ihre Aktionen eine andere Welt zu schaffen ...

URI GORDON. Jahrgang 1976, promovierte in Oxford über anarchistische Politik und lehrt heute am Arava Institute for Environmental Studies in Ketura, Israel. Er hat mit verschiedenen anarchistischen und radikalen Bewegungen zusammengearbeitet, etwa Indymedia, Dissent!- network, Peoples’ Global Action oder Anarchists Against the Wall. Als Aktivist vor allem in Israel und Großbritannien tätig, hat er an Straßenprotesten gegen internationale Gipfeltreffen in der ganzen Welt teilgenommen. Er schreibt für diverse anarchistische Medien, aber auch für große israelische Zeitungen wie Haaretz oder die Jerusalem Post.


 
Filmreihe "Allein machen sie dich ein"
Freitag, 4. Juni 2010
Im Juni zeigen wir die neue Filmreihe über die Zürcher Häuserbewegung 1979 - 1994. Die Filmreihe ist im März 2010 herausgekommen und besticht durch viel Original-Videomaterial, -Fotos und -Tonaufnahmen. Ein Erinnern für die ältere Generation und lebendige Geschichte für die jüngere Generation. Wir würden uns freuen, wenn ihr die Einladung publiziert/weiterleitet.

Jeweils:
19:00 Gemütliches Grillieren
20:30 Filmstart

Eintritt frei

Mittwoch, 9.6. in der Industrie 45
Teil 1+2: Ein autonomes Jugendzentrum – aber subito (50er – 1980) +
Nieder mit den Alpen – freie Sicht auf’s Mittelmeer (1980 – 1986)

Mittwoch, 16.6. in der Industrie 45
Teil 3+4: Wir vernetzen die ganze Stadt (1985 – 1987) +
Hilf dir selbst, sonst hilft dir ein Sozi (1988)

Mittwoch, 23.6. in der Industrie 45
Teil 5+6: Alles ist machbar (1989 - 1990) +
Save the Hüttis Wildlife (1989 – 1991)

Mittwoch, 30.6. in der Industrie 45
Teil 7+8: Autonome Kultur Werkstatt (1991 – 199) +
Sonne im Hof (1993 / 1994)




 
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