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Rede zu nationaler Befreiung PDF Drucken
Montag, 20. April 2009
Rede von Systembruch anlässlich einer Einladung ans Newroz-Fest der Kurdischen Kommunistischen Partei (KKP)

Wir sind zum Schluss gekommen, dass nationale Befreiungen keine Lösungen sind, um den Kapitalismus zu überwinden. Das kapitalistische System ist spätestens in der heutigen Zeit global. Wir als ArbeiterInnen arbeiten in global tätigen Firmen und das Kapital wird massiv global herum geschoben. Eine soziale Revolution innerhalb von Staatsgrenzen hat keine Perspektive. Die völlige Abschottung vom kapitalistischen Weltmarkt ist nicht möglich, weil eine einzelne Nation aufgrund geographischer Gegebenheiten unmöglich alle nötigen Dinge selber herstellen kann, auf jeden Fall nicht, wenn die wohlstandsorientierte Mittelschicht ihren bisherigen Wohlstand beibehalten möchte. Und würde man das hinkriegen, würde es nicht lange dauern bis Angriffe anderer Staaten die nationale Revolution zerstören würde. Durch kapitalistische Zusammenschlüsse anderer Nationen wie z.B. die UNO oder die NATO stehen dem Gegner der Revolution erheblich mehr Ressourcen zur Verfügung. Zudem ist es einem Land kurz nach einem Bürgerkrieg oder einer Revolution kaum möglich einen Krieg an allen Fronten zu führen, geschweige denn zu gewinnen.
Wir denken auch nicht, dass es funktionieren kann, wenn es eine Revolution in einer Nation gibt, und diese dann damit beginnt weitere Staaten einzunehmen und zu „befreien“. Eine Revolution muss immer von der Basis kommen, denn wenn sie zwangsweise geschieht, hat sie keine Zukunft. Sie würde nur wieder in Unterdrückung, Ausbeutung und Versklavung enden. Die Menschen müssen die Veränderung selber wollen, man kann sie nicht dazu zwingen.
Wir wollen keine Grenzen, auch nicht wenn sie dazu dienen sollen, eine revolutionäre Veränderung zu schützen. Grenzen bewirken einen Ausschluss von Menschen und wiederspiegeln im grossen Rahmen die Konkurrenz, die der Kapitalismus unter den Menschen bewirkt. Durch Staatsgrenzen werden die Menschen nur in Ausländer und Volk unterteilt. Aber das Volk ist für uns eine ethische Kategorie, die wir ablehnen. Sollen wir uns gemeinsam mit der Bourgoisie als SchweizerInnen, TürkInnen oder KurdInnen fühlen, obwohl wir so gut wie gar nichts mit denen am Hut haben und sie sogar hassen? Wir sind nicht Volk, wir sind eine weltweite Arbeiterklasse!

Momentan schlittern wir in eine tiefe Krise. Eine Krise in einem Kapitalismus, der noch nie so global war wie jetzt. Warum sollten wir uns dann national befreien? Da ist es doch nahe liegend, dass die Klassenkämpfe weltumspannend werden und es eine weltweite Revolution geben muss.

Für den Klassenkampf – weltweit!


 
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